Klimakrise: Tornados können auch bei uns Normalität werden

Die tragischen und zugleich spektakulären Bilder von verheerenden Tornados kennen wir vor allem aus den USA. Im Tornado Alley im mittleren Westen der USA gehört das Wetterphänomen zur Hochsaison fast zum Alltag. Durch den Klimawandel werden aber auch in Europa häufiger Windhosen beobachtet, die bis zum Boden reichen.

Die Klimakrise zeigt, wie empfindlich unser Klima ist. Bereits geringe Abweichungen bei den Temperaturen können schlimme Folgen für Fauna und Flora nach sich ziehen. Nicht nur, dass sich Jahreszeiten verschieben oder längere Trockenperioden zu erwarten sind. Besonders das Wetter reagiert empfindlich. Naturkatastrophen und sintflutartige Regenfälle häufen sich. Auch vor Tornados mit ihrer gewaltigen Zerstörungskraft sind wir nicht mehr sicher.

Entstehung von Tornados noch immer nicht geklärt

Mit mehr als 500 Km/h Windgeschwindigkeit sind Tornados die schnellsten Winde der Welt und zerstören nahezu alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Die drehenden Winde geben dem Ereignis auch seinen Namen. Tornado kommt aus dem Spanischen und bedeutet „drehend“. In den USA nennt man sie dementsprechend häufig „Twister“. Der Durchmesser dieser schlauchartigen Winde reicht dabei von wenigen Metern bis hin zu Kilometern. Die große Gefahr liegt darin, dass Tornados kaum vorhergesagt werden können. Gewiss gibt es Wetterlagen, die einen Tornado begünstigen, garantierte Vorhersagen sind aber nur schwer möglich. Auch wie sie entstehen ist noch nicht endgültig geklärt. Klar ist, dass Tornados meist nur wenige Minuten andauern und in Gewitterzellen entstehen. Selten können sie aber auch bis zu einer Stunde ihr Unwesen treiben. Wie schnell sich ein Tornado über das Land bewegt hängt von der Mutterwolke ab, aus der er stammt. Im Schnitt liegt die Bewegungsgeschwindigkeit aber bei 50 Km/h. Demgegenüber steht die wesentlich höhere interne Windgeschwindigkeit. Wie schwer ein Tornado ausfällt wird in einer Skala von F1 bis F5 berechnet, wobei F5-Tornados sehr schwere Folgen haben und bei uns kaum zu erwarten sind.

Tornados in den USA am häufigsten

So verheerend die Bilder aus Amerika auch oft sind, so selten sind sie wirklich dramatisch, aber die Häufigkeit steigt und somit auch die Gefahr, die von den Windhosen ausgeht. Insgesamt treten Tornados häufiger im Freiland auf, wo sie nur wenig Zerstörung anrichten. Tendenziell liegt die Hochsaison der Tornados im Frühsommer. Im Winter kommen sie praktisch nicht vor. Jährlich kommt es in den USA rund 1200 mal zu einem Tornado. Damit sind die USA das Land mit der größten Häufigkeit. Die Hochsaison liegt dort zwischen März und Mai.

Wie verhalte ich mich bei einem Tornado?

Ist man als Mensch einem Tornado direkt ausgesetzt herrscht schnell Lebensgefahr. Bereits wenn sich erste Gegenstände durch den Sturm in Bewegung setzen ist es am besten sich in Sicherheit zu bringen. Ein Aufenthalt im Freien kann in dieser Situation lebensgefährlich sein. Bereit im voraus ist es umso wichtiger den lokalen Wetterbericht zu verfolgen, im Ernstfall Fenster und Türen zu schließen und die Situation abzuwarten.

Tornados in NRW

Am 20. Mai 2022 kam es in Nordrhein-Westfalen zu drei Tornados. Besonders betroffen waren die Städte Paderborn und Lippstadt. Viele Menschen wurden schwer verletzt. Ein Tornado war direkt durch die Stadt gezogen. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt und Autos zum Teil schwer beschädigt. Über die Gesamthöhe des Sachschadens war zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels noch nichts bekannt.

Tornados werden auch bei uns häufiger

Ein Trend lässt sich leider abzeichnen und bestätigt die Annahme vieler Experten, dass dieses Wetterphänomen in Zukunft häufiger auch bei uns vorkommen wird. So schwere Windhosen, wie sie teilweise in den USA vorkommen sollen bei uns aber nicht zu erwarten sein, sagt Meteorologe Jan Schenk in ein einem Interview mit „Focus Online“: „Wir haben hier Tornados, aber wenn wir einen F3 haben, ist das schon echt viel. Aber viel mehr kann man in Deutschland nicht erwarten. Das gibt es dann nur in Amerika.“

Persönlicher Kommentar

„Die zunehmende Häufigkeit von Tornados in unseren Breitengraden zeigt mir nur einmal mehr, wie es um unsere Natur und speziell um unser Klima steht. Ich frage mich noch immer, was noch alles passieren muss, bevor konsequent gehandelt wird. Es reicht nicht, die Situation wissenschaftlich zu bewerten. Meine Meinung ist, dass gehandelt werden muss. Lieber werden Maßnahmen neu überdacht und angepasst, bzw. die Situation immer wieder neu bewertet, als dass man sich Jahre lang mit möglichen Szenarien beschäftigt. Bei Corona war es auch möglich schnell und konsequent zu handeln. Mir ist nicht klar, warum das bei der Klimakrise, die in ihren Folgen weit schwerwiegender ist, als eine Pandemie, ein derartiges Vorgehen scheinbar nicht möglich ist“.

Veröffentlicht von natural_philipp

mit der Natur verbunden

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